Der ganz normale Beziehungsalltag mit einem Fitness Armband. Die Uhrzeit am Handgelenk ablesen kann doch jeder. Soll ich dir meinen Puls verraten und wie viele Schritte ich heute schon gelaufen bin?

Ich werfe einen schnellen Blick auf mein Fitness Armband.
„Wie spät ist es denn?“ fragt jemand neben mir.
„Hm? Kein Ahnung.“ Ich bin verwirrt.

Same thing, different day.

Andere Leute werfen einen Blick auf ihre Uhr und wissen wie spät es ist.  Ich werfe einen Blick auf mein Fitness Armband und weiß wie viele Schritte ich heute schon gelaufen bin, wie viele Etagen, wie viele Kilometer ich insgesamt zurückgelegt habe, wie viele Kalorien ich heute (angeblich!) schon verbrannt habe und wie nah ich damit an meinem heutigen Ziel bin (oder auch wie weit noch entfernt). Der Uhrzeit kann ich dabei in den meisten Fällen wirklich keine große Aufmerksamkeit mehr schenken.

So viel zur oben genannten Situation. Die hat sich genau so abgespielt, und zwar nicht nur einmal.

Ein Fitness Armband mit Folgen.

Mein Fitness Armband begleitet mich mittlerweile schon über ein Jahr. Hand in Hand erkunden wir seitdem gemeinsam neue Städte, laufen durch schöne Landschaften, sind zusammen mal mehr und mal weniger sportlich unterwegs und legen miteinander Kilometer um Kilometer zurück.

Ich hatte schon längere Zeit mit einem Fitnesstracker geliebäugelt. Und ich hatte auch schon länger vor, endlich mal wieder mehr Sport zu treiben und fitter zu werden. (Ähm.. wer kennt sie nicht, diese zeitweise auftretenden Ansätze zu einem gesünderen Lebensstil!)

Meine Idee: Ein Fitness Armband wäre bestimmt genau der richtige Ansatz!

Was kann bitte eine bessere Motivation sein, seinen Alltag sportlicher zu gestalten und fitter zu werden?

Einige Male hatte ich die Idee schon zu Hause in den Raum geworfen und die Suchmaschine meines Vertrauens immer wieder zu Erfahrungswerten, Fitnesstracker-Tests und Preisbeobachtungen befragt. Zum Geburtstag die Überraschung – ein Fitness Armband auf dem Geschenketisch! In liebevoller Detailarbeit von meinem Freund ausgewählt – für mein Handgelenk nur das Beste. Und damit meine ich nicht das teuerste Modell oder das mit den meisten Funktionen. Nein, ganz genau hatte er sich mit den für mich wichtigen Anforderungen durch die verfügbaren Modelle geklickt und so schließlich Mr. Right für mich gefunden. (Natürlich den an zweiter Stelle.. )

Es war Liebe auf den ersten Blick.

Dass wir zusammenbleiben wollen, war sofort klar.

Aber wie soll unsere Beziehung genau aussehen?

Ist es in erwachsenen Beziehungen nicht so, dass man schon in der Anfangszeit versucht sich über die gegenseitigen Erwartungen und Ansprüche klar zu werden? Dass man eine gemeinsame Idee davon hat, wohin die Reise gehen soll und was man auf dem Weg an Gepäck mitnehmen will?

Auch mein Fitness Armband wollte alle diese Sachen von mir wissen.
Was ist das Ziel? Wo soll die Reise hingehen? Wie sieht das tägliche Zusammenleben aus?

Für mich der erste Schritt: Einfach loslegen. Keine Bedienungsanleitung. Darauf einlassen und neugierig ausprobieren. Alle Funktionen testen und einstellen. Trage ich das Armband am dominanten Handgelenk? Nein, bei mir ist die Uhr immer links. Will ich es mit meinem Smartphone verbinden um so Anrufe direkt auf dem Handy zu sehen? Na klar, wie geil ist das denn! Was lege ich als tägliches Ziel fest? Öhm, was nimmt man da so? Ich fange mal mit den Standardeinstellungen an: 10.000 Schritte, 10 Etagen (zählt natürlich nur bei Hochlaufen), 2.400 verbrannte Kalorien, 8,1 Kilometer und 30 aktive Minuten.

Seit diesem Moment begleiten mich diese täglichen Ziele durch meinen Alltag.

fitness_armband_sitzend
Die Wahrnehmung der eigenen Aktivität verändert sich drastisch.

Hatte ich vorher gedacht, ich wäre im normalen Alltagstrott schon recht aktiv unterwegs, so wurde ich nun eines besseren belehrt.
Eine Sache kann mein Mr. Right in Technikdingen nämlich wirklich gut: Mir den Spiegel vorhalten.

Was? Das waren heute gerade einmal 3.182 Schritte? Von den Etagen ganz zu schweigen.
Da kann ich nur froh sein, dass unsere Wohnung nicht direkt im Erdgeschoss liegt.

Wer glaubt 10.000 Schritte am Tag sollten doch überhaupt kein Problem sein, dem empfehle ich unbedingt ein paar Tage mit Fitnesstracker.

Ich jedenfalls lernte mein Fitness Armband schon an den ersten Tagen lieben. Ich bekam langsam ein Gefühl für Schritte, Entfernungen und gelaufene Kilometer. Vor allem aber dafür, wie aktiv ich am Tag tatsächlich schon gewesen war. Selbstbetrug um das schlechte Gewissen los zu werden? Eher schwierig!

Dafür kam spät am Abend plötzlich Motivation auf, einen kleinen Spaziergang zu machen. Natürlich direkt nach dem Blick aufs Handgelenk und der Eingebung, dass die zum Tagesziel fehlenden 1.520 Schritte wirklich noch zu schaffen sind. Den Müll heute noch schnell runterbringen – kein Problem, damit kommen schließlich noch einige Etagen auf den Zähler. Und die vielen Tage an denen ich mich mit Freude dafür entscheide zu Fuß zu gehen, anstatt spontan in die Straßenbahn zu springen, die gerade direkt vor meiner Nase so einladend die Türen öffnet. Das könnten mal locker 2.000 Schritte sein, die ich damit zurücklege. Rolltreppe oder Treppensteigen? Schon des öfteren fiel die Wahl nun auf Treppensteigen. Mit einem kleinen Grinsen auf dem Gesicht wenn ich die oberste Stufe erreicht habe und weiß, dass ich in diesem Moment eine ganz kleine, richtig gute Entscheidung getroffen habe.

Ja, es klingt komisch! Es klingt nach ständiger Selbstoptimierung und voller Leistungsüberwachung. Und es mag eine Diskussion und die Gedanken darüber wert sein, inwiefern man alles tracken und analysieren muss was man tut.

Aber ganz ehrlich, mir geht es um mein eigenes Gefühl damit.

Mein Gefühl mit Fitness Armband ist definitiv ein gutes!

Das Armband erleichtert mir Entscheidungen, die meinen Alltag ein kleines bisschen sportlicher machen. Und darauf kommt es am Ende tatsächlich an. Sich in den kleinen Momenten nicht immer für die Rolltreppe zu entscheiden oder doch noch einen kleinen Abendspaziergang zu machen. Und wer meint, dass 10.000 Schritte im normalen Büroalltag einfach zu erreichen wären, der muss schon einen sehr langen Fußmarsch vom Büro entfernt wohnen.

Die Krönung ist, wenn man dabei einfach Spaß hat.

Dann freue ich mich wie ein kleines Kind, wenn das Fitness Armband am Abend summt und meine erreichten Tagesziele bejubelt! Ein wenig schlechtes Gewissen macht es mir nach einem ausgiebigen Couchtag übrigens auch, wenn ich gerade mal 1.500 Schritte vom Sofa ins Bad und zur Küche geschafft hat. Und ich finde, das ist auch gut so!

Mein Fitness Armband & Ich. Eine Beziehung die ich so nicht mehr hergeben möchte.

Und ja, ich bin auch manchmal genervt, dass mir jemand ständig auf die Finger schaut und mich beurteilt. Manchmal will ich einfach faul sein und kann niemanden gebrauchen, der mir das auch noch unter die Nase reibt. Dann mache ich die Tür hinter mir zu, und will einfach mal meine Ruhe haben. Allein.

Der ganz normale Beziehungsalltag eben.

 

CHEERS & GOOD VIBES
CARO

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