Von der ganz simplen Frage Woher ICH denn bitte wissen soll, was ich will. Das ist so typisch Generation Y? Mir doch egal! Ich nenne es Selbstreflexion.

Es gibt Dinge, die muss man einfach tun! Die Zeit ist gekommen und es führt kein Weg daran vorbei. So war es mit meiner Kündigung. Der erste Job nach dem Studium. Drei Jahre im aufregenden Startup-Karussell – Glitzer, Krisen, Bereicherung, so viel gelernt, so viel mitgenommen. Und doch musste sich dringend etwas ändern!

Ich könnte nicht behaupten, die Entscheidung fiel über Nacht. Ganz im Gegenteil. Viele Monate voller Fragen, Ideen, Gedankenspielen, Zweifeln und Möglichkeiten. Das Warten auf die zündende Idee für das was danach kommt.

Die Erleuchtung blieb aus. Wie unerwartet!
Gerade dann, wenn man unbedingt darauf wartet.

Manche Menschen verhalten sich in ihren Beziehungen genauso. Weitermachen, so lange bis sich die Alternative im rosa Hasenkostüm präsentiert. Einfach nicht zu übersehen! Und dann geht alles ganz schnell. Zack, raus aus dem alten Kostüm und schnell in ein neues Gewand geschlüpft. Neues Leben, rock on!

Ich gebe zu, irgendwie hatte ich in Bezug auf den Job und das gesamte Lebensmodell rundherum auch auf so etwas gehofft. Das wäre so herrlich einfach und erspart eine ganze Menge Nachdenken und möglicherweise sogar Selbstreflexion.

Aber kann es wirklich die Idealvorstellung sein, dass sich der nächste Schritt einfach so ergibt und damit der Plan klar sein wird? Entspannter wäre es allemal.

Denn ganz ehrlich, Selbstreflexion ist anstrengend. Für den Kopf, das Herz und für die Menschen, die einen umgeben. Haben Kopf und Herz einmal angefangen in diese Richtung zu arbeiten, lässt einen das Prinzip Selbstreflexion nicht mehr los. Man kann das natürlich auch nur schönreden und positiv sehen. Aber mich nervt es von Zeit zu Zeit gewaltig.

Woher soll ICH denn wissen was ich will?

Und dann beneide ich ganz kurz mal eben die Menschen, die schon immer wussten was sie machen wollen und wohin sie wollen. Immer unumstößlich das Ziel vor Augen, keine Alternative denkbar.

Ich wollte als Kind und Jugendliche schon Architektin, Journalistin und Ärztin werden. Mein erster Job, keiner davon. Und, ist das schlimm? Nö! Ich kann mich einfach für die verschiedensten Bereiche begeistern und bin unglaublich vielseitig in meinen Interessen und Fähigkeiten.

Woher ich das weiß? Das habe ich in den letzten Wochen über mich gelernt. Oder besser gesagt, ich habe es endlich realisiert. In der Zeit, in der ich ohne Plan unterwegs war.

Ich jedenfalls mag die Idee, dass man vielleicht sogar sehr, sehr glücklich darüber sein könnte, wenn sich der nächste Schritt nicht einfach so ergibt!

Wenn man ohne Lageplan ins Disneyland hineinspaziert, zwischen den ganzen Attraktionen, Rutschen, Luftschlössern und Abenteuerfahrgeschäften steht und einfach unentschlossen ist, welches davon der nächste große Spaß sein soll. Sie sehen alle so verdammt verlockend aus. Der abenteuerlichste Rutschspaß liegt noch 152 Treppenstufen entfernt, aber er wäre den Aufwand allemal wert. Oder doch lieber die Schiffschaukel? Die ist so schön vorhersehbar und in greifbarer Nähe. Und Spaß gemacht hat dir das Schaukeln doch schon immer.

Knock, knock, it’s me. Madame Entscheidungsfreude, bitte treten Sie ein!

Aber braucht es nicht eben diese planlose Zeit, damit man gar nicht mehr drum herum kommt über sich selbst wirklich tiefsinnig nachzudenken. Hat man nicht nur dann mal richtig Gelegenheit sich zu fragen wohin die Reise gehen soll? Was man wirklich, ehrlich will? Wichtig ist nur, sich in der Planlosigkeit nicht zu verlieren.

Und (M)eine Erkenntnis: dass kein Schritt dich so sehr festlegt, dass du nie wieder die Richtung ändern kannst!

Irgendwann nimmst du all deinen Mut zusammen und entscheidest dich für die nächste Attraktion. Einfach so!

Das ganze Vor- und Zurückdenken hat dich nicht zu einem hundertprozentigen Ergebnis gebracht? Na und! Dann nimm doch das was am nächsten dran ist! Und mal ganz ehrlich, wer sagt denn dass man nicht nach dem Schaukeln immer noch Treppensteigen kann?

Eben!

 

CHEERS & GOOD VIBES
CARO

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